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it-agile und Coldewey Consulting gehen zusammen

Ab sofort werde ich neben Henning Wolf als zweiter Geschäftsführer in die it-agile GmbH einsteigen und die neue Münchner Geschäftstelle von it-agile aufbauen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit einem Team einiger der besten Agilisten Deutschlands ein aufregendes neues Kapitel in der Firmengeschichte von it-agile und in meiner eigenen Laufbahn aufzuschlagen. Und vor allem freue ich mich darauf, mit exzellenten Kollegen und guten Freunden zusammen zu arbeiten.

Wir werden zunächst München als zweiten Beratungsstandort neben Hamburg aufbauen mit Schwerpunkt agiler Beratung für Süddeutschland, Österreich und Schweiz. Später werden wir hier auch agile Entwicklungsleistungen anbieten.

Die Marke Coldewey Consulting stelle ich zu diesem Zeitpunkt ein, dieser Blog und meine Web-Seiten werden aber als private Seiten weiter bestehen bleiben. Unberührt bleibt meine Zusammenarbeit mit dem Cutter Consortium und meine Tätigkeit als Chefredakteur des OBJEKTspektrum.

PS: Natürlich brauchen wir zum Aufbau der Münchner Geschäftsstelle auch erfahrene Agilist(inn)en, die Lust haben, unser Team zu verstärken! Sprechen Sie/Sprich mich an!

Aufspalten einer User Story

Agile Entwicklung funktioniert umso besser, je kleiner die fachlichen Schritte sind, die man nehmen muss. Um Anforderungen klein zu hacken, verwendet man üblicherweise sogenannte “User Stories”, also einen Ablauf aus Anwendersicht, der unterstützt werden soll. Schwierig wird es vor allem für Neu-Agilisten allerdings, wenn es darum geht, diese Stories klein genug zu bekommen. Oft genug stehen am Anfang Stories, die mehrere Wochen brauchen, um fertig umgesetzt zu werden, also inklusive Integration und Test. Ziel ist aber, eine Story innerhalb weniger Tage produktionsreif zu bekommen.

Nachdem es um funktionsfähige Häppchen geht, verbietet sich eine Aufteilung “Mach die Oberfläche für XY”, “Mach die Logik für XY” von selbst: Diese haben keinen eigenen Geschäftswert und taugen bestenfalls (bzw. schlimmstenfalls) als technische Aufgaben. User Stories sollten aber so gestrickt sein, dass sie unabhängig sind, wertschöpfend, verhandelbar, schätzbar, klein und für sich testbar (”INVEST”: Independent, Negotiable, Valuable, Estimable, Small, Testable).

Richard Lawrence fasst nun in seinem Blog-Eintrag “Patterns for Splitting User Stories” neun Strategien zusammen, die sich für die Aufspaltung von User Stories eignen. Ob es wirklich Patterns sind, darüber lässt sich sicherlich streiten. Dennoch ist der Beitrag auf jeden Fall lesenswert und sein “Crib-Sheet” am Ende könnte auch für dogmatische Nicht-Internet-Ausdrucker ein Grund sein, mal wieder nach einem Druckertreiber zu suchen.

(Siehe auch mein Eintrag “Schneiden von Stories” vom 2.12.2008)

Vortrag auf der W-Jax zu langfristiger agiler Planung

Kurzfristig werde ich am kommenden Montag, 9.11.2009 auf dem Agile Day der W-JAX in München von 9:00 Uhr bis 10:00 Uhr einen Vortrag zu langfristiger agiler Planung halten:

Techniken zur agilen Planung führen regelmäßig zu hoher Termin- und Vorhersagetreue. Dies liegt vor allem an einer belastbaren Basis von Erfahrungswerten und statistischen Daten, die sich agile Teams aufbauen. Richtig aufbereitet können diese Informationen weit über den reinen Planungsprozess hinaus eingesetzt werden. Ist die Organisation bereit, ausgetretene Pfade zu verlassen, können aus diesen Informationen belastbare langfristige Prognosen gewonnen werden, die wertvolle Informationen für Vertrieb, Geschäftssteuerung und Kundenmanagement liefern. Dieser Beitrag zeigt Praxisbeispiele für solche Ansätze, deren Nutzen und deren Einschränkungen.

Und natürlich beteilige ich mich am Nachmittag von 14:00 Uhr bis 15:00 an der Pecha Kucha Session von Martin Heider und Bernd Schiffer mit 6 Minuten und 40 Sekunden zu dem Thema “Mein agiler Koffer” — ein Beitrag, auf den ich mich besonders freue!

Alistair Cockburns Keynote “I come to bury Agile, not to praise it” als Video

Alistair Cockburns keynote auf der Agile 2009 in Chciago steht als Video kostenlos zur Verfügung: http://www.infoq.com/presentations/cockburn-bury-not-praise-agile. Wer Cockburn noch nicht kennt, kann seinen kritischen und fundamentalen Blick auf Agilität kennenlernen, ebenso wie auch seinen Vortragsstil. Wer ihn kennt, kann sich über seine leicht adaptierte Rede des Marc Antonius aus der Beerdigungsszene von Shakespears “Julius Cäsar” freuen, aus der er auch den Titel des Vortrags entnommen hat. Diese Rede hält Marc Antonius in dem Schauspiel als Antwort auf Brutus’ Nachruf am Grabe Cäsars. Für alle, die sich näher dafür interessieren, habe ich unten das Original von Shakespear angehängt, das einiges zum Verständnis von Alistairs Text beiträgt.

Wer Cockburn selbst in relativ kleiner Runde erleben will, hat Ende November dazu in Deutschland Gelegenheit im Rahmen zweier dreitägiger CSM-Kurse. Noch sind Plätze frei.

I come to bury Caesar, not to praise him;
The evil that men do lives after them,
The good is oft interred with their bones,
So let it be with Caesar … The noble Brutus
Hath told you Caesar was ambitious:
If it were so, it was a grievous fault,
And grievously hath Caesar answered it …
Here, under leave of Brutus and the rest,
(For Brutus is an honourable man;
So are they all; all honourable men)
Come I to speak in Caesar’s funeral …
He was my friend, faithful and just to me:
But Brutus says he was ambitious;
And Brutus is an honourable man….
He hath brought many captives home to Rome,
Whose ransoms did the general coffers fill:
Did this in Caesar seem ambitious?
When that the poor have cried, Caesar hath wept:
Ambition should be made of sterner stuff:
Yet Brutus says he was ambitious;
And Brutus is an honourable man.
You all did see that on the Lupercal
I thrice presented him a kingly crown,
Which he did thrice refuse: was this ambition?
Yet Brutus says he was ambitious;
And, sure, he is an honourable man.
I speak not to disprove what Brutus spoke,
But here I am to speak what I do know.
You all did love him once, not without cause:
What cause withholds you then to mourn for him?
O judgement! thou art fled to brutish beasts,
And men have lost their reason…. Bear with me;
My heart is in the coffin there with Caesar,
And I must pause till it come back to me.
William Shakespear

Apple und die Macht einer Vision

Eine beeindruckendes Beispiel für die Kraft einer Vision hat Jared Spool auf der Agile 2009 vorgeführt: Einen Film von Apple unter dem schönen Titel “Knowledge Navigator“. In diesem Film von 1987 zeigt Apple eine Vision von der Anwendung von Computern im Jahr 2010.

Zur Erinnerung: Im Jahr 1987 war der “IBM AT” Stand der Technik, der immerhin mit einem 80286 und 20-30 MHz ausgestattet war und über MS-DOS bedient wurde. Apple hatte damals schon die Idee der Xerox-Labs aufgegriffen und nach dem Lisa-Flop den ersten Mac auf den Markt gebracht. Und es gab mit dem “Osborne” auch schon die ersten “tragbaren” Rechner, die aber eher geeignet waren, die Statik des Schreibtischs zu prüfen, als dass man sie im Zug oder Flugzeug hätte einsetzen können. Das Internet war zu diesem Zeitpunkt ein reines Uni-Netzwerk, das World-Wide-Web noch nicht mal bei Cern erfunden, die E-Mail begann gerade, auch in Deutschland anzukommen und wer “DFÜ” betreiben wollte, musste sich von Postbeamten versiegelte Modemleitungen in die Wand schrauben lassen, deren Monatsgebühr selbst die Rechnungen vom Finanzamt als erstrebenswerte Mitteilungen erschienen ließen; Übertragungsrate: 56kByte/sec.

In diesem Kontext also entwirft Apple die Vision eines Rechners, der zugleich (Bild-)Telefon ist, wie auch umfassende Wissensquelle zu allen Themen der Welt. Ein Computer, der sich so einfach bedienen lässt, wie ein Buch und ganz normaler Teil des Alltags ist. Und — noch beeindruckender — ein Computer, der frappierende Ähnlichkeiten mit dem iPhone hat! Natürlich haben sich die Apple-Leute in einigen Punkten geirrt: Spracheingabe ist heute nur unwesentlich weiter entwickelt, als vor 23 Jahren und “künstliche Intelligenz” interessiert heute (fast) nur noch Informatik-Historiker. Dafür übersteigen die Effekte von Web 2.0 und modernen Suchmaschinen offensichtlich auch die gewagtesten Phantasien.

Falls Sie jetzt sagen: “Na ja, Steve Jobbs halt” ist vielleicht noch das Detail interessant, dass Jobbs zu dieser Zeit nicht bei Apple war, sondern versucht hat, Next aufzubauen. Die Vision entstand unter Leitung von John Sculley

Für mich ist dieses Video der Beleg für die Macht einer kraftvollen Vision: Seit fast einem viertel Jahrhundert arbeitet Apple konsequent daran, diese Vision umzusetzen. Manchmal waren sie ihrer Zeit voraus, wie bei der Lisa oder beim Newton, manchmal haben sie mit der Vision einen scheinbar gesetzten Markt komplett aufgerollt, wie beim iPhone. Eine solche Vision zu finden und konsistent zu verfolgen, sei es für ein Projekt oder auch ein Unternehmen, ist der Kern vieler erstaunlich erfolgreicher Vorhaben. Mittelmäßige Produkte und Projekte mussten in der Regel ohne solche Visionen auskommen und sich statt dessen an kurzfristige Terminpläne und Budgets klammern. Auch Terminpläne und Budgets haben ihre Bedeutung. Wirklich glänzen können sie aber nur, wenn dahinter eine Vision steht — selbst wenn sie nicht so beeidruckend ist, wie die von Apple.

Pair Programming in der New York Times

Auf einen schönen Beitrag in der New York Times zum Thema Pair Programming hat Deborrah Hartmann Preuss aufmerksam gemacht: “For Writing Software, a Buddy System“. Die im Artikel beschriebenen Erfahrungen kann ich nur bestätigen - bis auf die Tatsache, dass es einfach ein paar Kollegen gibt, die für Pair Programming ungeeignet sind (oder sich zumindest dafür halten). Ob man dann auf Pair Programming verzichtet oder für diese Kollegen andere Aufgaben sucht, muss man im Einzelfall entscheiden.

Neue XING-Gruppe zu Lean Software Development

Gemeinsam mit Traian Kaiser, Ralf Wirdemann und Stefan Roock habe wir auf XING ein neues Forum zum Thema “Lean Software Management” gestartet. Lesen ist frei, wer mitdiskutieren möchte, muss sich bei XING und in der Gruppe anmelden.

Zur Erinngerung: Lean Software Development ist eine “Unterdisziplin” der agilen Verfahren, die versucht, die Lehren und Erkenntnisse aus Lean Management und Lean Development von der Autoindustrie - und da vor allem von Toyota - auf die Entwicklung von Software zu übertragen. Basis sind vor allem die Arbeiten von Mary und Tom Poppendieck und ihre Bücher Lean Development Software: An Agile Toolkit for Software Development Managers und Implementing Lean Software Development: From Concept to Cash. Das Ergebnis ist erstaunlich ähnlich zu anderen agilen Verfahren wie Scrum etc., konzentriert sich aber deutlich mehr auf Zusammenhänge und weniger auf die genaue Einhaltung von Praktiken.

Eine Kurzfassung findet man in einem zweiteiligen Artikel von Mary Poppendieck und mir:

CSM+Crystal Kurse mit Alistair Cockburn

Wie ich bereits vor vier Wochen angekündigt hatte, biete ich gemeinsam mit dem Scrum-Center und andrena objects zwei dreitägige CSM-Kurse inklusive Einführung in Crystal mit Alistair Cockburn an. Die Kurse finden statt am:

Die Kursgebühr beträgt € 1800,00 zzgl. MWSt. Wer jemals einen Workshop mit Alistair erlebt hat, weiß dass sich die Investition lohnt.

Die Kurse finden in Englisch statt, Rückfragen können aber auch auf Deutsch gestellt werden.

Darüber hinaus gibt es auch noch die Möglichkeit von Inhouse-Workshops mit Alistair Cockburn und mir oder Alistair Cockburn alleine. Anfragen können Sie per E-Mail an mich senden.


Kursbeschreibung von Alistair

Alistair Cockburn
Certified Scrum Master and Introduction into the Crystal method family

This workshop is based on the award-winning book Agile Software Development: The Cooperative Game, on Crystal Clear: A Human-Powered Methodology for Small Teams, and on Agile Project Management with Scrum. The first part of the course gives the attendee a gut feeling for the is and isn’t of agile development; the second sets out Scrum and the role of the ScrumMaster; the third introduces Crystal with it’s 7 Properties of Highly Successful Projects.

Each part introduces its concepts with small lecture, followed by team activities to anchor them. The activities are constructed to give attendees a sense for how it feels to be doing some of the key practices as well as what how it feels not to do them. The techniques reviewed are valuable in carrying out any kind of project, not only agile ones.

  • Basic Agile
    • How to understand agile development in the larger context of real-world software development.
    • Cooperation, communication, incremental development and reflection as critical factors in project success.
  • Scrum
    • The heart of Scrum: collaborate & deliver; inspect & adapt.
    • The ScrumMaster role (including becoming a Certified ScrumMaster)
  • Crystal
    • How Crystal’s reflection adds to generic agile and generic Scrum.
    • Applying the 7 properties of highly successful projects

Course Goal for Attendees

  • Understand what is agile and what isn’t agile development
  • Have a gut feeling for teamwork, communication, frequent customer interaction and frequent delivery
  • Understand Scrum, the role of the ScrumMaster, and the Crystal methodology family as techniques in setting up and running projects
  • Have a few techniques to take home and use immediately
  • Walk away with a “Certified ScrumMaster” certificate

Instructor

Dr. Alistair Cockburn, author of the Jolt-award winning books, Agile Software Development: The Cooperative Game and Writing Effective Use Cases , coauthor of the Agile Manifesto and Project Management Declaration of Interdependence, and Certified Scrum Trainer.

Level: Beginner and Intermediate

Who Should Attend: Participants keep saying, “I wish my boss had come to this!”, so it is a good idea if people from every level and role attend.

Alistair Cockburn gibt CSM-Kurs in Deutschland im November

In Zusammenarbeit mit dem Scrum-Center und andrena objects ist es uns möglich, voraussichtlich zwei dreitägige CSM-Kurse mit Alistair Cockburn in der zweiten Hälfte November anbieten zu können. In Planung ist derzeit ein Kurs in München und einer in Frankfurt. Bei mindestens einem davon werde ich assistieren.

Zudem gibt es ein kleines Zeitkontingent für Inhouse-Workshops entweder mit Alistair alleine oder Alistair und mir gemeinsam.

Alistair ist der Schöpfer der Crystal Methodenfamilie und einer der Autoren des agilen Manifests. Ich persönlich habe nicht nur einen großen Teil meines eigenen agilen Handwerks von ihm gelernt, sondern auch seinen interaktiven Stil in Workshops und Schulungen immer sehr genossen. Dies ist eine seltene Gelegenheit für alle, die Agilität von einem ihrer Schöpfer kennen lernen wollen und dabei auch noch ein Zertifikat als “Certified Scrum Master” erhalten wollen. Die Kurse werden in Englisch stattfinden, Alistair spricht aber gut genug Deutsch, um auch auf deutsch gestellte Fragen beantworten zu können.

Nähere Informationen zu den Schulungen werden wir im Laufe der nächsten Wochen veröffentlichen. Bei Interesse an Inhouse-Workshops wenden Sie sich bitte an mich.

Folien der Karlsruher Entwicklertage online

Zu meinen Vorträge auf den Karlsruher Entwicklertagen stehen nun auch die Folien online zur Verfügung:

Danke an die andrena objects ag für das Bereitstellen der Unterlagen