Gunter Dueck über den Stand der Kunst

Gunter Dueck hat an seinen neuesten News das folgende PS angehängt:

Der Homo Oec. soll als nächstes in Koreanisch erscheinen. Ich war verwundert. Warum gerade…? Antwort: Die Koreaner sind „immer“ die ersten mit dem Übersetzen, weil die Fachleute dort einfach immer genau den state-of-the-art wissen wollen. Sehen Sie die Unterschiede zu den neuen Kulturen?

Dueck legt hier meiner Ansicht nach den Finger in eine unserer gefährlichsten Wunden: Es ist nicht Teil unserer Kultur, immer vorne dabei sein zu wollen, sich immer auf dem Stand der Kunst zu sein. Statt dessen verfolgt jede Generation das jeweilige Dogma ihrer Jugend bis zur Rente – oder Emeritierung. Das hat sein gutes, weil es viel Zeit lässt, die Dinge wirklich zu verstehen. Das Problem ist dabei nur die mangelnde Selbstkritik, die es anderen erlaubt, uns zu überholen. Der Dogmatismus, der sich wirksam darum kümmert, dass die Jüngeren einen nicht überholen. Und der simple Umstand, dass wir so unsere führende Position am Weltmarkt verspielen, auf der unser Wohlstand und der unserer Kinder aufbaut.

Erinnern Sie mich bitte an diesen Blog-Eintrag, wenn ich im Jahre 2031 meinen Beitrag „Agile Entwicklung — Warum wir damals schon Recht hatten und alles neuere Mist ist“ einreiche…

Thomas Edison zum Scheitern

„Ich bin nie gescheitert. Ich habe erfolgreich Wege eliminiert, die nicht zum Ziel führen“ antwortete er auf die Frage, wie er die tausenden Fehlschläge bei der Entwicklung der Glühbirne überstanden habe.

PS: Vielleicht sollte man, um das Bild von Edisons Persönlichkeit noch ein wenig abzurunden, ergänzen, dass Edison die Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl öffentlich als „to westinghouse“ bezeichnetet. Damit wollte er seinen Rivalen Westinghouse verunglimpfen, der die öffentlichen Netze auf Basis von Wechselstrom betrieben wollte, während Edison Gleichstrom bevorzugte.

Ruth Leuzinger zu Kapselung

„Wenn ich etwas von Ihnen will, rede ich ja auch mit Ihnen und fasse Ihnen nicht einfach in’s Hirn!“

Mit diesem einprägsamen Vergleich hat Ruth Leuzinger, ehemalige Chef-Architektin der Zürich Versicherung, vor über zehn Jahren das Prinzip der Kapselung von Daten beschrieben. Ich habe in all den Jahren weder eine einzige Schwäche dieses Vergleichs gefunden, noch eine bessere Beschreibung des Prinzips.