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Archive für 10.7.2009
Der SPIEGEL zum Erfolg von Extreme Programming bei Microsoft
10.7.2009 von Jens Coldewey.
Allen, die agile Entwicklung noch immer für eine Absurdität unprofessioneller Hobbyentwickler und Hippies halten, sei der Artikel “Windows aus der Asche” aus dem aktuellen SPIEGEL empfohlen, der auch auf SPIEGEL-Online verfügbar ist. Der Beitrag berichtet, wie Microsoft für die Entwicklung von Windows 7 konsequent auf Extreme Programming gesetzt hat (”Von nun an, so viel stand fest, sollte der Kunde treiben” und “in ganzen Abteilungen sitzen die teuren Programmierer nicht mehr allein, sondern paarweise vor den Monitoren”; “Beginne mit dem Machbaren, dann füge Stück für Stück hinzu. Und immer gleich gründlich testen!”) und welche Auswirkungen das hatte: “Plötzlich kommen der Reihe nach Produkte heraus, die den fast ungeteilten Beifall der Fachwelt finden”, und Brad Silverberg, Entwicklungsleiter von Windows 95, stellt fest: “Zum ersten Mal seit langer Zeit sind die Leute wirklich entzückt von neuen Microsoft-Produkten.” Auch Qualität und Terminplanung wurden beeinflusst: “Windows 7 […] ist nun nach kaum zwei Jahren fast fertig. Und der Start wurde schon zweimal vorverlegt, zuletzt auf den 22. Oktober.”
Ich denke, damit dürfte die Brauchbarkeit agiler Verfahren auch für große und schwierige Projekte endgültig empirisch gezeigt sein. Anders formuliert, agile Entwicklung ist jetzt nicht mehr nur Sache der Pioniere, sondern wird nach und nach zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil — ein Vorteil, den vor Microsoft auch schon Google, Amazon und ebay genutzt haben.
Ich hoffe nur, dass die deutsche IT-Industrie hier nicht wieder durch “aktives Zuwarten” den Zug verpasst und weitere Arbeitsplätze gefährdet, sondern erkennt, dass es höchste Zeit wird, sich umfangreiches Know-How und Praxis angzueignen. Es ist schließlich wesentlich einfacher, die Organisation noch umzustellen, solange man das nach eigenem Zeitplan machen kann, als wenn man von der Konkurrenz vor sich her getrieben wird.
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