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Testgetriebene Entwicklung und traditionelles Testen
Dieser Eintrag stammt von Jens Coldewey Am 11.12.2007 @ 22:41 In Testgetriebene Entwicklung, Agilität | 2 Kommentare
Häufig wird testgetriebene Entwicklung von jenen in Frage gestellt, die sich eigentlich besonders über vermehrtes Testen freuen müssten: Professionellen Testern und Qualitätssicherer. Es sei widersinnig, wenn Entwickler auch Tests für ihren eigenen Code schrieben, bemerken Sie - korrekter Weise. Das wird von dem agilen Testansatz aber auch gar nicht in Frage gestellt, ebenso wenig, wie agile Ansätze eine eigene Testtruppe obsolet machen würden.
Tatsächlich halten sich die verbreiteten agilen Ansätze eher bedeckt, wenn es um die klassischen Testaufgaben geht. Ich persönlich orientiere mich in diesen Fragen stark an den Ideen von Brian Marick ([1] http://www.exampler.com), der seit langer Zeit als Testconsultant arbeitet und dort agile Ansätze voran treibt. Er ist Co-Autor des agilen Manfiests und war mehrere Jahre Präsident der Agile Alliance Non-Profit Organisation ([2] http://www.agilealliance.org).
Brian Marick kategorisiert die Testarten in agilen Projekten entlang zweier Dimensionen. Zum einen anhand ihrer Intention:
Daneben gibt es als zweite Dimension den Inhalt eines Tests:
Aus diesen zwei Dimensionen ergeben sich nun vier Kategorien von Tests entsprechend der folgenden Tabelle:
| Entwicklungsunterstützend | Qualitätssichernd | |
| Fachlich | Akzeptanztests, z.B. Fit, [3] Fitnesse | Explorative manuelle Tests |
| Technisch | Unit-Tests, Integrationstests | Technische Tests, z.B. Performance, Security, Skalierbarkeit, Ergonomie, usw. |
Während die rechte Spalte die klassischen Tests einer (gut organisierten) Testabteilung darstellt, hat agile Entwicklung die linke Spalte neu eingeführt. Als Faustregel gilt, dass Schwächen, die auf der rechten Seite gefunden werden, zunächst mit Hilfe entwicklungsunterstützender Tests nachgestellt werden sollten, bevor sie behoben werden. Das ist zwar nicht immer mit angemessenem Aufwand möglich, sollte aber angestrebt werden. Nur so wird sicher gestellt, dass diese Probleme in Zukunft nicht mehr auftreten können.
Der Schluss, für die Testteams würde agile Entwicklung also gar nichts ändern, ist allerdings so falsch, wie fatal. Die Qualitätssicherungstests müssen sich ebenso in den Iterationsrhythmus einfügen, wie alle anderen Projekttätigkeiten. Um die dafür notwendige Geschwindigkeit zu erreichen, ohne Qualitätseinbußen in Kauf zu nehmen, muss auch bei der QS in hohem Maße automatisiert werden. Zudem kann nicht, wie oft üblich, von Anforderungsdokumenten aus gearbeitet werden, sondern Kollegen von der QS müssen von Anfang an an der Planung und Entwicklung beteiligt werden. Aber darüber ein anderes Mal.
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